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   "Man nähert sich einem Stoff sinnlich, bevor man ihn verarbeitet."

Wenn ich mich recht entsinne, ereignete sich mein erstes "PALETTE-STELL-DICH-EIN" irgendwann im Herbst 1999. Ich hörte natürlich bereits lange vor dieser Zeit von diesem Ort, von dem man sagte, dass an ihm lieber Hart- als Weichgetränke über den Tresen gingen. Auch verhungern müsste man dort nicht – und das Ganze habe so eine gewisse Aura, da man sich – wie der Name "PALETTE" offensichtlich verrate – mit Kunst und Kultur befasse.

Interessiert hatte ich mich schon damals für diesen Herrn mit Hut in der Gestalt des sagenumwobenen Art-Managers. Nur war es wohl oberflächliche Neugier, die nach kurzer Zeit nachließ und wieder aus meinem Kopf verschwand bis zu dem Zeitpunkt, als mich meine Frau Sabine in den wohnzimmerlichen Wirtschaftsbetrieb des H-P Scholz einführte und mich einer kleinen Gesellschaft überwiegend fröhlicher Leute vorstellte, die mir bis dahin völlig unbekannt war. Meine Frau ist durchaus unternehmungslustiger als unsereins und hatte zunächst in dieser Sache einen sicheren Vorsprung; denn wenn ich erst mal am Drücker bin, kann meine Dominanz unter Umständen erdrückend wirken.

Wie erwähnt: ich näherte mich der Angelegenheit sinnlich, indem ich mich ruhig verhielt, den stillen Beobachter mimte und nicht weiter auffiel oder gar störte. Das war der  Moment an irgendeinem Herbstabend im Jahre 1999, als ich zum ersten Mal diese Person, diesen Menschen, den man heute in Fachkreisen den "Don zu Kappeln" nennt, in seiner Ganzheit wahrnehmen durfte: immer akkurat und vor allen Dingen originell gekleidet, ermöglicht durch einen unerschöpflichen Fundus an Hüten, Gehröcken, einer unglaublich umfangreichen Sammlung an Fliegen (gemeint ist hier keine Konkurrenz zu Ernst Jüngers Käfersammlung, sondern so 'ne Art Textilienbinder, mit der man unterm Hemdkragen verankert seine Persönlichkeit betont) und einem unverwechselbar unikaten Patchwork-Jackett, um nur einen kleinen Bestandteil des Inhalts seiner Kleiderschränke zu nennen.

Dieser Mann – man könnte ihn mit einem jüngeren Bruder von Günter Grass verwechseln – war und ist so auffallend markant sowohl in seiner äußeren Erscheinung als auch in seiner Gestik, Mimik und Aussprache, dass man in ihm den Paradiesvogel unter den Gastronomen erkennen kann.
Er ist die Inkarnation seines Musentempels. An ihm führt kein Weg vorbei – und das ist auch gut so! Ich empfand es nicht anders.

Da die Lebenszeit als solche relativ knapp bemessen ist, kamen wir verhältnismäßig schnell auf den Punkt: wir diskutierten über Kunst, Musik, Literatur, Gott und die Welt, feierten im Jahr 2000 zusammen seinen 55. und meinen 40. Geburtstag, kreierten und probierten neben Koch Kostas Kulinaritäten eigene Rezepte ("pochende Herzen auf Toast" und die damit verbundenen Kappelner Hähnchenherzenexzesse) sowie musikalisch unterlegte Lesungen ("Brennesseln sind nicht gefährlich..." von H.J.).
Ich war also aufgenommen in den heimeligen Kreis der "PALETTEN-Familie", in dem unerbittlicher Einsatz und bereitwilliges Engagement groß geschrieben wird.

Jenes wird im besonderen Maße verkörpert durch "Hansis" Spätverlobte Isi, der "gute Geist der guten Seele", Hermi, dem vermeintlichen "Geschäftsführer", mit dem man Pferde stehlen kann und dem bereits erwähnten Kosta, der mit Cordalis nichts am Hut hat, dafür mehr mit griechischen Feinschmeckereien.
Kurzum: die PALETTE ist ein Platz, an dem Eltern ihre Kinder (soweit sie nicht mehr mit dem Jugendschutzgesetz in Konflikt geraten) gut aufgehoben wissen.

Schnitt!

Da Worte auf Hans-Peter Scholz bezogen für mich nur eine approximative Bedeutung haben, zeichne ich ihn lieber – mit und ohne Kater Kasimir.

Punkt!
 
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